Chaos-Initiative: Handel Schweiz lanciert Kampagne gegen „Chaos-Initiative“
Basel, 13. Mai 2026 – Einen Monat vor der Abstimmung lanciert Handel Schweiz eine eigene Kampagne gegen die «Chaos-Initiative». Nachdem der Vorstand die NEIN-Parole gefasst hat, zeigt der Verband mit Stimmen aus dem Handel, was die Annahme der Initiative für Versorgungssicherheit, Arbeitsmarkt und die Handelsbeziehungen bedeuten würde.
Im Zentrum der Kampagne steht ein Video, in dem eine Unternehmerin und ein Unternehmer die konkreten Folgen schildern: gestörte Lieferketten, fehlende Mitarbeitende, eingeschränktes Angebot und steigende Preise. «Eine starre Bevölkerungsobergrenze in der Verfassung gefährdet genau das, was die Schweiz stark gemacht hat: einen offenen, flexiblen Arbeitsmarkt und verlässliche Beziehungen zu unserem wichtigsten Handelspartner», sagt Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz. «Die Folgen träfen den Handel hart – und am Ende jede Konsumentin und jeden Konsumenten an der Kasse.»
Online-Kampagne von Handel Schweiz
Die Kampagne läuft auf mehreren Kanälen. Im Zentrum steht das Kampagnenvideo auf YouTube. Auf LinkedIn, Instagram, Facebook wird mit einer Online-Anzeigenkampagne und mit Statement-Videos/-Posts für Reichweite gesorgt. Auf der Kampagnen-Landingpage sind die wichtigsten Argumente gebündelt.
Was für den Handel auf dem Spiel steht
Die Initiative verlangt, dass die Bevölkerung der Schweiz bis 2050 die Grenze von 10 Millionen nicht überschreitet. Bereits ab 9,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern müssten einschneidende Massnahmen ergriffen und internationale Abkommen angepasst oder gekündigt werden – an erster Stelle das Freizügigkeitsabkommen mit der EU. Damit gerieten die bilateralen Verträge insgesamt unter Druck.
Für den Handel hätte dies weitreichende Konsequenzen: Statt freier Rekrutierung würden staatliche Kontingente über Arbeitskräfte entscheiden – mit längeren Verfahren, mehr Bürokratie und Rechtsunsicherheit. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel: Bis 2029 gehen rund 148’000 Menschen mehr in Pension, als junge Arbeitskräfte nachrücken. Fehlende Mitarbeitende entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion über Logistik bis zum Verkauf – führen zu Lieferengpässen, höheren Preisen und einem eingeschränkten Angebot.
Pragmatische Lösungen statt starrer Bevölkerungs-Deckel
Handel Schweiz nimmt die Bedenken der Bevölkerung ernst, lehnt eine starre Obergrenze in der Verfassung aber klar ab. Der Verband setzt sich für eine pragmatische und verträgliche Steuerung der qualifizierten Zuwanderung ein – mit Investitionen in die inländische Ausbildung, besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gezielter Fachkräftezuwanderung.
Handel Schweiz empfiehlt deshalb ein NEIN zur Chaos-Initiative am 14. Juni 2026.
Kontakt
Handel Schweiz
Kaspar Engeli, Direktor
+41 61 228 90 30
info@handel-schweiz.com
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Konjunkturumfrage Grosshandel
Die Konjunkturumfrage Grosshandel liefert quartalsweise ein verlässliches Bild der Geschäftslage in der Branche. Handel Schweiz führt die Umfrage gemeinsam mit dem KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich durch. Auf dieser Seite finden Sie die aktuelle Ausgabe sowie die Einordnung der Ergebnisse.
Aktuelle Ergebnisse: April 2026
28 Prozent der befragten Grosshändler beurteilen ihre Geschäftslage als gut. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2023. Die Nachfrage ist erstmals seit zwei Jahren wieder leicht gestiegen, der Warenverkauf liegt über dem Vorjahresquartal, und die Lieferfristen haben sich erneut verlängert. Die Aprilumfrage 2026 bestätigt damit die Trendwende.
Hemmnisse bleiben spürbar
58 Prozent der Unternehmen nennen weiterhin eine ungenügende Nachfrage als grösstes Hemmnis. Es folgen wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen mit 38 Prozent sowie der Mangel an Arbeitskräften mit 12 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.
Branchen entwickeln sich unterschiedlich
Besonders deutlich erholt haben sich die Sparten Maschinen und Ausrüstungen sowie landwirtschaftliche Grundstoffe. Bei Maschinen und Ausrüstungen verbesserten sich Ertragslage und Warenverkauf erstmals seit 2023. Die Sparte Nahrungs- und Genussmittel meldet erneut eine gute Geschäftslage.
Unter Druck bleibt hingegen die Handelsvermittlung. Ein gemischtes Bild zeigt die IT-Sparte: Obwohl Nachfrage und Ertragslage in den letzten drei Monaten zulegten, beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftslage erstmals seit 2020 mehrheitlich als schlecht.
Den vollständigen Bericht können Sie hier bestellen:
Online-Handelsplattformen: Nationalrat sagt Ja zu klaren Regeln
In dieser Sondersession hat der Nationalrat zwei wirtschafts- und konsumentenpolitische Vorstösse angenommen: Mit der Motion 24.3687 von Sophie Michaud Gigon (Grüne / Waadt) sollen Online-Handelsplattformen mit Sitz in einem Drittstaat dazu verpflichtet werden, eine Rechtsvertretung in der Schweiz zu bestimmen. Die Motion 24.4240 von Benjamin Roduit (Mitte / Wallis) verlangt, dass die Produktesicherheit auch bei der Einfuhr von Gegenständen für den Eigengebrauch gewährleistet sein muss. Damit hat der Rat ein dringend notwendiges und erfreuliches Zeichen für die Konsumenten sowie für einen fairen Wettbewerb gesetzt.
Mit der Zustimmung zur Motion Michaud Gigon will der Rat die grossen ausländischen Online-Handelsplattformen dazu verpflichten, in der Schweiz eine Kontaktstelle und eine Rechtsvertretung zu eröffnen. Dadurch wird es für die Konsumentinnen und Konsumenten wie auch für die Mitbewerber einfacher, ihre Rechte wahrzunehmen. Die ausländischen Online-Handelsplattformen sollen sich nicht mehr in der «internationalen Anonymität» verstecken können. Und die Behörden bekommen endlich einen Ansprechpartner seitens der ausländischen Plattformen, was die effektive Rechtsdurchsetzung vereinfacht.
Mit dem Ja zur Motion Roduit will der Nationalrat eine Gesetzeslücke schliessen und sicher-stellen, dass Produkte, die über ausländische Online-Plattformen verkauft werden, sich aber an Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten richten, den Anforderungen des Schweizer Rechts entsprechen. Zu denken ist insbesondere an das Produktesicherheitsgesetz, das Lebensmittelgesetz oder die Spielzeugverordnung. Damit werden gleich lange Spiesse für ausländische Online-Handelsplattformen und für Schweizer Händler sichergestellt. Dies stellt also einen grossen Sieg für einen fairen Wettbewerb dar. Des Weiteren werden die Konsu-menten vor möglicherweise gefährlichen Produkten besser geschützt.
Eine breite Allianz von Schweizer Wirtschafts- und Konsumentenorganisationen freut sich über den Entscheid des Nationalrats. Er zeigt, dass das Parlament die Sorgen der Schweizer Konsumenten und diejenigen der Schweizer Händler ernst nimmt.
Schon seit mehreren Jahren fordern die zahlreichen Wirtschafts- und Konsumentenorganisationen, gleich lange Spiesse zu schaffen. Asiatische Online-Marktplätze wie Temu und Shein
profitieren seit Jahren von Gesetzeslücken. Diese ermöglichen den vorwiegend chinesischen Händlern massenweise qualitativ minderwertige, unsichere und oft giftige Ware legal in die Schweiz zu liefern – ohne Recyclinggebühren zu bezahlen. Täglich erreichen bis zu 500’000 Pakete aus Asien die Schweiz, viele enthalten nachweislich Produkte, die nicht den Schwei-zer Sicherheitsstandards entsprechen. Eine Untersuchung des Spielwaren Verbands Schweiz zeigt, dass 15 von 18 auf Temu und Shein bestellte Spielwaren nicht verkehrsfähig wären. Auch europäische Tests alarmieren: Mehr als 80 Prozent der geprüften Spielwaren weisen Sicherheitsmängel auf und enthalten gesundheitsgefährdende und verbotene Schad-stoffe. Zusätzlich verursachen die einzeln per Luftfracht verschickten Produkte dieser Online-Marktplätze erhebliche Umweltschäden. Durch diese Versandpraxis entsteht ein bis zu 50-mal höherer CO₂-Ausstoss als bei konventionellem Container-Versand.
Die beiden Motionen gehen nun in den Ständerat.
Kontakt
Handel Schweiz Elias Welti
Mitglied der Geschäftsleitung
+41 61 228 90 37
ewelti@handel-schweiz.com
Fédération romande des consommateurs
Sophie Michaud Gigon
Secrétaire générale
077 434 64 08
SWISS RETAIL FEDERATION
Patrick Erny
Direktor
031 312 40 40
medien@swiss-retail.ch
SWISS TEXTILES
Peter Flückiger
Vorsitzender der Geschäftsleitung
T +41 44 289 79 31
peter.flueckiger@swisstextiles.ch
Medienmitteilung
Branchenspiegel Handel: Differenziertes Bild in anspruchsvollen Zeiten
Stabile Nachfrage in vielen Bereichen – gleichzeitig zunehmender Druck durch Kosten, Wettbewerb und geopolitische Unsicherheiten
Die aktuelle Lage in den Handelsbranchen zeigt ein differenziertes Bild. In vielen Bereichen bleibt die Nachfrage stabil, teils sogar gut. Gleichzeitig stehen zahlreiche Unternehmen unter wachsendem Druck: Margen sinken, Energie- und Transportkosten bleiben hoch, Lieferketten sind störanfällig, und geopolitische Unsicherheiten erschweren die Planung. In einzelnen Segmenten rückt zudem die Verfügbarkeit von Waren wieder stärker in den Fokus.
Besonders anspruchsvoll ist die Situation in industrienahen Handelsbranchen. Die MEM-Industrie leidet unter den Auswirkungen von US-Zöllen, hohen Energiepreisen und der schwachen Konjunktur in Deutschland. Diese Entwicklung trifft auch den technischen Handel und belastet insbesondere kleinere Betriebe stark.
In bau- und rohstoffnahen Handelsbranchen präsentiert sich die Nachfrage mehrheitlich solide. Der Baumaterialhandel berichtet von einer guten Nachfrage, während die Margen gleichzeitig unter Druck stehen. Steigende Energiepreise verteuern die Transporte, und in den Grenzregionen nimmt die Konkurrenz durch deutsche Anbieter zu. Ähnliche Rückmeldungen kommen aus dem Bereich der Holzwerkstoffe, wo Holz als Baustoff weiterhin im Trend liegt.
Auch in weiteren Branchen zeigt sich ein gemischtes Bild. Elektrogrosshändler verzeichneten 2025 einen leichten Umsatzrückgang. Gleichzeitig wird kritisiert, dass Bauprojekte zunehmend durch Einsprachen und regulatorische Vorgaben verzögert werden. In der Baumaschinenbranche blieb das Geschäft 2025 auf gutem Niveau stabil.
Bei den Stahlhändlern war 2025 umsatzmässig wieder etwas besser, und für 2026 wird mit einer steigenden Nachfrage gerechnet. Gleichzeitig stehen die Margen stark unter Druck, und protektionistische Tendenzen in der EU sorgen für zusätzliche Unsicherheit. Im Edelstahlbereich verlief 2025 hingegen schwach, unter anderem wegen rückläufiger Investitionen der Pharmaindustrie in der Schweiz.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die geopolitische Lage. Der Iran-Krieg wird in verschiedenen Branchen mit steigenden Preisen bei Energie, Transporten und Vorprodukten in Verbindung gebracht. Auch mögliche Störungen internationaler Transportwege und Lieferketten werden als Risiko wahrgenommen.
Zunehmend spürbar ist zudem der Wettbewerbsdruck durch ausländische Anbieter. In mehreren Handelsbranchen gelangen günstige Produkte aus China in grossen Mengen auf den Markt und setzen die Preise unter Druck. Dies betrifft unter anderem Arbeitsbühnen, Baumaschinen, Motorräder und den Textilbereich. Im Textilhandel wird zusätzlich auf den wachsenden Einfluss internationaler Onlineplattformen wie Temu und Shein hingewiesen, die Marktanteile verschieben und den Wettbewerbsdruck weiter erhöhen.
Auch in Konsum- und Nischenmärkten zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Der Direktverkauf berichtet von guten Zahlen, während im Ledergrosshandel die Nachfrage rückläufig ist und die administrativen Anforderungen zunehmen. Im Weinhandel sinkt der Konsum seit längerem, und regulatorische Vorschläge werden als problematisch beurteilt. Demgegenüber ist der Eierkonsum deutlich gestiegen, was auch zu höheren Preisen geführt hat. In der Milchwirtschaft ist die Lage hingegen angespannt, insbesondere aufgrund von Überproduktionen.
Im IT-Bereich wird von stark steigenden Preisen für Speichermedien berichtet, ausgelöst durch den Ausbau von Rechenzentren im Zusammenhang mit dem KI-Boom. In der Imaging-Branche entwickeln sich insbesondere Kompaktkameras positiv. Der Spielwarenhandel verzeichnete ein Wachstum von rund 5 Prozent, während Medizinalprodukte erneut ihre Krisenresistenz unter Beweis stellen.
Insgesamt zeigt sich: Viele Handelsbranchen stehen trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen weiterhin auf solidem Niveau. Gleichzeitig nehmen Kostenbelastung, Margendruck, regulatorische Anforderungen und internationaler Wettbewerb zu. Die Entwicklungen verlaufen je nach Branche unterschiedlich, doch die Herausforderungen bleiben breit abgestützt.
Berufliche Vorsorge bei der BVG-Stiftung Handel Schweiz – neu auch ohne AK71-Anschluss möglich
Die BVG-Stiftung Handel Schweiz öffnet sich: Ab sofort können sich auch Unternehmen anschliessen, die nicht bei der Ausgleichskasse Handel Schweiz (AK71) angeschlossen sind. Damit wird der Zugang zu einer bewährten Vorsorgelösung deutlich breiter.
Seit über 40 Jahren versichert die Stiftung Mitglieder von Handel Schweiz im Bereich der beruflichen Vorsorge. Sie profitieren von Kostenvorteilen aus der 1. und 2. Säule mit einer umsichtigen Vermögensanlage, die auf Sicherheit setzt und marktübliche Renditen gewährt.
Das zeichnet die BVG-Stiftung Handel Schweiz aus:
- Flexible Vorsorgepläne
Die angeschlossenen Firmen entscheiden gemeinsam mit ihren Versicherten, welche Vorsorgepläne umgesetzt werden sollen. - Keine Verwaltungskostenbeiträge
Unternehmen und Versicherte, die bei der AK71 angeschlossen sind, zahlen keine Verwaltungskostenbeiträge in der Pensionskasse. - Hohe Sicherheit
Der hohe Deckungsgrad sorgt für Stabilität – sowohl für Arbeitgeber als auch für Versicherte. - Hohe Altersguthabenverzinsung
Der hohe Deckungsgrad und marktübliche Renditen ermöglichen eine überdurchschnittliche Altersguthabenverzinsung. - Modernste Online-Portale
Die Kasse wird auf dem modernsten PK-Verwaltungssystem der Schweiz betrieben – mit entsprechend fortschrittlichen Online-Portalen für Arbeitgeber und Versicherte. - Transparente Informationen
Arbeitgeber und Versicherte haben jederzeit Einblick in die wesentlichen Zahlen ihrer Vorsorgelösung.
Erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen von der BVG-Stiftung Handel Schweiz profitieren kann.
BVG-Stiftung AK71
NEIN-Parole zur «10-Millionen-Schweiz»-Initiative
Der Vorstand von Handel Schweiz hat die NEIN-Parole zur sogenannten «10-Millionen-Schweiz»-Initiative beschlossen. Der Verband wird sich mit einer eigenen Kampagne gegen die Annahme der Initiative engagieren. Die Kampagne wird die konkreten Auswirkungen der Initiative auf die Offenheit und Flexibilität der Schweizer Wirtschaft sowie die direkten Folgen für den Handel deutlich machen. Die Chaos-Initiative gefährdet die Versorgungssicherheit und führt zu steigenden Preisen für Konsumentinnen und Konsumenten.
Die Initiative verlangt, dass die Bevölkerung der Schweiz bis 2050 die Grenze von 10 Millionen nicht überschreitet. Bereits ab 9,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern müssten einschneidende Massnahmen ergriffen und internationale Abkommen angepasst oder gekündigt werden. Besonders gravierend wären die Auswirkungen auf das Freizügigkeitsabkommen mit der EU. Dessen Kündigung hätte schwerwiegende Folgen für den Arbeitsmarkt und könnte die bilateralen Verträge direkt gefährden. Für den Handel und die Schweizer Wirtschaft wäre dies ein schwerer Rückschlag.
Gefahr von Planwirtschaft und Bürokratie
Die Initiative führt faktisch zu einem starren Bevölkerungsdeckel und innerhalb weniger Jahre zu massiven staatlichen Eingriffen. Unternehmen könnten nicht mehr frei Fachkräfte rekrutieren. Stattdessen würde der Staat mittels Kontingente entscheiden, welche Branche und welche Kantone wie viele Arbeitskräfte erhalten. Das bedeutet mehr Bürokratie, längere Verfahren und Rechtsunsicherheit. Besonders betroffen ist auch der Handel, der auf flexible Arbeitsmärkte angewiesen ist. Der liberale Arbeitsmarkt, ein zentraler Erfolgsfaktor der Schweiz, würde nachhaltig geschwächt.
Versorgungssicherheit unter Druck
Für den Handel sind die Folgen besonders kritisch: Fehlende Arbeitskräfte entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion über Logistik bis zum Verkauf – gefährden die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung. Gleichzeitig führen Engpässe zu höheren Kosten, die letztlich von den Konsumentinnen und Konsumenten getragen werden. Steigende Preise und ein eingeschränktes Angebot wären die direkte Konsequenz.
Fachkräftemangel verschärft sich
Die Initiative ignoriert die demografische Realität: Die Schweizer Bevölkerung altert und der inländische Arbeitsmarkt schrumpft bereits heute jährlich. Die Zuwanderung ist ein zentraler Faktor, um diesen Rückgang auszugleichen. Ein starres Limit würde den Fachkräftemangel massiv verschärfen – mit spürbaren Folgen im Alltag: längere Wartezeiten, verzögerte Lieferungen und sinkende Lebensqualität.
Klare Ablehnung – für eine starke und offene Wirtschaft
Handel Schweiz setzt sich für eine pragmatische und verträgliche Steuerung der qualifizierten Zuwanderung ein. Dazu gehören Investitionen in die inländische Ausbildung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gezielte Fachkräftezuwanderung. Eine starre Obergrenze in der Verfassung lehnt der Verband klar ab. Sie gefährdet den Wohlstand, die Versorgungssicherheit und die Stabilität des Wirtschaftsstandorts Schweiz.
Handel Schweiz empfiehlt deshalb ein NEIN zur Initiative.
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Handel Schweiz
Kaspar Engeli, Direktor
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Ständerat erkennt Handlungsbedarf beim Onlinehandel
In der Frühlingssession diskutierte der Ständerat die Motionen Würth und Regazzi, die darauf abzielen, gleiche rechtliche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer im Onlinehandel sicherzustellen – insbesondere auch für ausländische Plattformen und Drittstaaten-Händler. Diese Forderungen resultieren aus der realen Wettbewerbsverzerrung, vor der viele Schweizer Unternehmen stehen, wenn internationale Anbieter wie Temu, Shein oder AliExpress faktisch unter anderen rechtlichen Rahmenbedingungen operieren.
Die Stellungnahmen des Bundesrates spiegeln leider eine defensive Verwaltungsperspektive wider: Probleme werden erkannt, aber überwiegend mit bestehenden oder geplanten Teilrevisionen adressiert. Zwar ist begrüssenswert, dass der Bundesrat PrSG (Produktesicherheitsgesetz) und THG (Bundesgesetz über die technischen Handelshemmnisse) anpassen will. Aus Sicht des Handels ist dies aber zu wenig.
Der Bundesrat versucht, neuere Wettbewerbsprobleme mit bestehenden Instrumenten zu lösen, ohne die Ursachen klar anzupacken. Dass Produktsicherheits- und THG-Revisionen «in Aussicht» gestellt werden, ist zwar positiv, verändert aber aktuell nichts an der Rechtsunsicherheit für Unternehmen im Alltag.
Gleich lange Spiesse für alle Anbieter
Die Debatte im Ständerat zeigte deutlich, dass das Problem parteiübergreifend erkannt wird. Mehrere Voten verwiesen auf die stark steigende Zahl von Kleinpaketen aus Drittstaaten, die nur begrenzt kontrolliert werden können, sowie auf Sicherheits- und Qualitätsrisiken bei Produkten aus Onlineplattformen. Befürworter argumentierten, dass bestehende Vorschriften zwar gelten, ihre Durchsetzung im digitalen Handel jedoch unzureichend ist. Kritische Stimmen warnten vor zusätzlicher Bürokratie oder schwieriger Umsetzung. Motionär Benedikt Würth brachte das Anliegen prägnant auf den Punkt: «Es geht um gleiche Spiesse für alle Anbieter im Onlinehandel.»
Lücken bleiben bestehen
Handel Schweiz nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass der Ständerat den Handlungsbedarf erkannt und die beiden Vorstösse angenommen hat. Der Entscheid zeigt, dass auch auf parlamentarischer Ebene das Problem der ungleichen Wettbewerbsbedingungen im Onlinehandel gesehen wird und politischer Druck entsteht, konkrete Lösungen voranzubringen.
Wer in der Schweiz tätig ist, hält sich an Vorschriften und wird kontrolliert. Wer aus dem Ausland verkauft, entzieht sich oft dieser Verantwortung. Dieses Ungleichgewicht beeinflusst die praktische Wettbewerbsfähigkeit vor Ort.
Handelsbranchen benötigen klare, durchsetzbare und faire Spielregeln in einer globalisierten, digitalisierten Handelswelt. Nur wenn für alle Anbieter dieselben Pflichten gelten – und diese auch kontrolliert werden – entsteht fairer Wettbewerb.
Handel Schweiz bleibt dran und setzt sich weiterhin dafür ein, dass für alle Anbieter gleiche und wirksam durchgesetzte Regeln gelten.
Jetzt Abgaben reduzieren: Ja zur SRG-Initiative!
Schon in wenigen Wochen stimmen wir ab über die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» (SRG-Initiative). Sie will die Abgabe für Radio und Fernsehen für Haushalte von heute 335 auf 200 Franken reduzieren und die Unternehmen vollständig davon befreien. Handel Schweiz setzt sich für die Initiative ein.
13. AHV-Rente, Armeeausbau und so weiter – die Kosten steigen und mit ihnen die Steuer- und Abgabenlast. Jetzt gibt es endlich die Möglichkeit, Kosten zu senken.
Gerade für Handelsbetriebe ist die SRG-Steuer ein bedeutender Kostenblock, da sie sich nach dem Umsatz berechnet. Damit ist sie unfair – und auch nicht gerechtfertigt. Denn auf die Frage, warum auch Unternehmen für die SRG bezahlen sollen, hat niemand eine schlaue Antwort.
Thomas Freuler, CEO der Spaeter-Gruppe und Präsident des Schweizer Stahl- und Haustechnikverbands formuliert es klar: «Unsere rund 750 Mitarbeiter kümmern sich mit grossem Einsatz darum, die Versorgungssicherheit der Schweiz mit Stahl zu gewährleisten. Fernsehschauen während der Arbeitszeit gehört eindeutig nicht zu ihren Aufgaben! Die Radio- und Fernsehabgabe – wir sprechen von knapp 50’000 Franken allein für die Spaeter-Gruppe – ist absurd.»
Deshalb hat Handel Schweiz die Ja-Parole zur SRG-Initiative gefasst. Danke, dass auch Sie uns mit Ihrer Stimme unterstützen!
Endlich: Die Titelzusätze Professional Bachelor und Professional Master werden eingeführt!
Der Nationalrat hat am 17. Dezember als Zweitrat einer Änderung des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt. In den Session-Schlussabstimmungen der Räte wurde dieser Beschluss bestätigt. Mit der Revision des Berufsbildungsgesetzes erhalten die Abschlüsse der höheren Berufsbildung neu die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master». Ein Meilenstein – vor allem für diejenigen, die ihre Karriere über Praxis, Verantwortung und echte Kompetenzen aufgebaut haben.
Was bedeutet das für unsere Abschlüsse?
Handel Schweiz ist in den Trägerschaften der Berufsprüfungen Aussenhandelsfachfrau/-mann und E-Commerce Spezialist/in und der Höheren Fachprüfung Aussenhandelsleiter/in. Diese gehören zur Tertiärstufe – und genau das wird nun sichtbar:
Absolventinnen und Absolventen der Berufsprüfung dürfen künftig den Zusatz Professional Bachelor tragen.
Absolventinnen und Absolventen der Höheren Fachprüfung erhalten den Zusatz Professional Master.
Der Mehrwert für unsere Absolventen
Diese Titel verändern nicht das Können – aber sie verändern die Wahrnehmung: International verständlich, statt nur national verankert. Die Kompetenz wird sichtbarer. Und Sichtbarkeit schafft Chancen.
Handel Schweiz engagiert sich seit Jahren in der Bildung
Unsere Prüfungen stehen seit Jahren für Praxisnähe, hohes Niveau und reale Arbeitsmarktrelevanz. Mit den neuen Titeln wird dieses Profil nun auch international sofort verstanden. Das stärkt jede einzelne Karriere – und unsere Branche insgesamt.
Was bleibt noch offen?
Aktuell ist noch nicht geklärt, ab wann die neuen Titel offiziell beantragt werden können und wie das genaue Verfahren aussehen wird. Sobald dies durch den Bund präzisiert ist, werden wir wieder informieren.