Ernährungsinititative: Nein zu Handelsverboten!
Der Handel kommt politisch immer wieder unter Beschuss. Was unglaublich tönt, ist leider Wirklichkeit: Verschiedenste Verbote sollen die Tätigkeit der Händler einschränken.
Neustes Beispiel ist die Ernährungsinitiative, über die Volk und Stände am 27. September abstimmen werden. Diese will den Netto-Selbstversorgungsgrad der Schweiz von heute 46 Prozent auf mindestens 70 Prozent erhöhen. Um das zu erreichen, soll der Bund insbesondere die pflanzliche Ernährung fördern. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur ist das gewählte Mittel das Falsche.
Die Gegner der Initiativen warnen vor Cervelas- und Fondue-Verboten. Solche Verbote oder prohibitiv hohe Zölle auf tierische Lebensmittel wären gewiss für viele von uns ein ernsthaftes Problem. Es gibt bei dieser Initiative aber noch ein viel tiefer liegendes Problem.
Die Initianten träumen von einer „heilen Schweiz“, wo die Konsumenten die Kartoffeln im Hofladen holen, oder sie – noch besser – gleich selber im Garten anpflanzen. Es ist ihnen zutiefst suspekt, dass Lebensmittel aus dem Ausland kommen (wie viele andere Produkte auch).
Die Ernährungsinitiative trifft vor allem die Futter- und Lebensmittel-Händler, der Grossteil des Handels bleibt von ihr scheinbar unberührt. Und dennoch ist sie als Angriff auf die ganze Branche zu verstehen. Wer Importe pauschal als etwas Verwerfliches bezeichnet, und den Staat auffordert, sie mit allen Mitteln zu reduzieren, der greift den Handel als Ganzes an. Wo Importe beschränkt werden, leidet rasch auch der Export.
Im Parlament hatte die Initiative keine Chance: Weder im Nationalrat noch im Ständerat holte sie eine einzige Stimme. Es ist zu hoffen, dass sie vom Volk ebenso wuchtig verworfen wird. Denn Handelsverbote schaden letztlich allen.