Jetzt Abgaben reduzieren: Ja zur SRG-Initiative!
Schon in wenigen Wochen stimmen wir ab über die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» (SRG-Initiative). Sie will die Abgabe für Radio und Fernsehen für Haushalte von heute 335 auf 200 Franken reduzieren und die Unternehmen vollständig davon befreien. Handel Schweiz setzt sich für die Initiative ein.
13. AHV-Rente, Armeeausbau und so weiter – die Kosten steigen und mit ihnen die Steuer- und Abgabenlast. Jetzt gibt es endlich die Möglichkeit, Kosten zu senken.
Gerade für Handelsbetriebe ist die SRG-Steuer ein bedeutender Kostenblock, da sie sich nach dem Umsatz berechnet. Damit ist sie unfair – und auch nicht gerechtfertigt. Denn auf die Frage, warum auch Unternehmen für die SRG bezahlen sollen, hat niemand eine schlaue Antwort.
Thomas Freuler, CEO der Spaeter-Gruppe und Präsident des Schweizer Stahl- und Haustechnikverbands formuliert es klar: «Unsere rund 750 Mitarbeiter kümmern sich mit grossem Einsatz darum, die Versorgungssicherheit der Schweiz mit Stahl zu gewährleisten. Fernsehschauen während der Arbeitszeit gehört eindeutig nicht zu ihren Aufgaben! Die Radio- und Fernsehabgabe – wir sprechen von knapp 50’000 Franken allein für die Spaeter-Gruppe – ist absurd.»
Deshalb hat Handel Schweiz die Ja-Parole zur SRG-Initiative gefasst. Danke, dass auch Sie uns mit Ihrer Stimme unterstützen!
10-Millionen-Schweiz: Die Initiative weckt Befürchtungen
Die Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ sorgt bereits Monate vor der Abstimmung für Diskussionen. Der Abstimmungskampf ist schon längst lanciert. Die SVP will mit dieser Initiative die Zuwanderung deckeln. Die Wirtschaft wehrt sich dagegen.
Heute wohnen in der Schweiz rund 9,1 Millionen Menschen. Tendenz steigend. Die SVP-Initiative verlangt, dass die 10-Millionen-Grenze nicht vor dem Jahr 2050 überschritten wird. Ab 2050 könnte die Beschränkung etwas gelockert werden, um einem allfälligen Geburtenüberschuss Rechnung zu tragen.
Massnahmen zur Beschränkung der Zuwanderung müssten aber nicht erst beim Erreichen der 10-Millionen-Grenze ergriffen werden. Schon bei 9,5 Millionen wäre der Bund gezwungen, tätig werden, insbesondere im Asylbereich und beim Familiennachzug. Aber auch «bevölkerungswachstumstreibende» internationale Abkommen müssten angepasst bzw. gekündigt werden.
Würde die 10-Millionen-Grenze trotzdem erreicht, kämen weitere Massnahmen zum Zug, das heisst verschiedene internationale Abkommen müssten auf den nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt werden.
Betroffen wäre insbesondere das Freizügigkeitsabkommen mit der EU. Dessen Kündigung hätte direkte Folgen für unseren Arbeitsmarkt. Aber auch mit indirekten Folgen wäre zu rechnen, weil die EU vermutlich sämtliche bilateralen Abkommen mit der Schweiz aufheben würde.
Aus diesem Grund hat sich in Wirtschaftskreisen schon jetzt eine breite Abwehrfront gegen die Initiative gebildet. Exponenten warnen vor einem akuten Fachkräftemangel und zusätzlichen Hürden für exportierende Betriebe. Ein heisser Abstimmungskampf steht bevor.
Endlich: Die Titelzusätze Professional Bachelor und Professional Master werden eingeführt!
Der Nationalrat hat am 17. Dezember als Zweitrat einer Änderung des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt. In den Session-Schlussabstimmungen der Räte wurde dieser Beschluss bestätigt. Mit der Revision des Berufsbildungsgesetzes erhalten die Abschlüsse der höheren Berufsbildung neu die Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master». Ein Meilenstein – vor allem für diejenigen, die ihre Karriere über Praxis, Verantwortung und echte Kompetenzen aufgebaut haben.
Was bedeutet das für unsere Abschlüsse?
Handel Schweiz ist in den Trägerschaften der Berufsprüfungen Aussenhandelsfachfrau/-mann und E-Commerce Spezialist/in und der Höheren Fachprüfung Aussenhandelsleiter/in. Diese gehören zur Tertiärstufe – und genau das wird nun sichtbar:
Absolventinnen und Absolventen der Berufsprüfung dürfen künftig den Zusatz Professional Bachelor tragen.
Absolventinnen und Absolventen der Höheren Fachprüfung erhalten den Zusatz Professional Master.
Der Mehrwert für unsere Absolventen
Diese Titel verändern nicht das Können – aber sie verändern die Wahrnehmung: International verständlich, statt nur national verankert. Die Kompetenz wird sichtbarer. Und Sichtbarkeit schafft Chancen.
Handel Schweiz engagiert sich seit Jahren in der Bildung
Unsere Prüfungen stehen seit Jahren für Praxisnähe, hohes Niveau und reale Arbeitsmarktrelevanz. Mit den neuen Titeln wird dieses Profil nun auch international sofort verstanden. Das stärkt jede einzelne Karriere – und unsere Branche insgesamt.
Was bleibt noch offen?
Aktuell ist noch nicht geklärt, ab wann die neuen Titel offiziell beantragt werden können und wie das genaue Verfahren aussehen wird. Sobald dies durch den Bund präzisiert ist, werden wir wieder informieren.
Handel nicht länger benachteiligen: Ja zur SRG-Initiative!
Am 8. März kommt eine für den Handel wichtige Vorlage zur Volksabstimmung: die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» (SRG-Initiative). Sie will die Abgabe für Radio und Fernsehen für Haushalte von heute 335 auf 200 Franken reduzieren und die Unternehmen vollständig von der Abgabepflicht befreien. Gründe für die Annahme dieser Initiative gibt es aus Sicht der Unternehmen wie auch der privaten Haushalte gleich mehrere. Insbesondere für Händler würde eine Annahme eine bedeutende Entlastung bringen.
Heute sind Handelsbetriebe speziell benachteiligt, weil die Höhe der Gebühr für Unternehmen anhand des Umsatzes berechnet wird. Anders als viele Dienstleister und Produktionsbetriebe haben Händler naturgemäss sehr hohe Umsätze, aber tiefe Margen und bescheidene Gewinne. Marge, Gewinn, Anzahl Mitarbeiter etc. spielen für die SRG aber keine Rolle: Nur der Umsatz zählt. Auch KMU-Handelsbetriebe werden daher wie Grossunternehmen belastet.
Für die Unternehmen bedeutet die Abgabe ohnehin eine Doppelbelastung: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlen für den Medienkonsum im privaten Haushalt die Serafe-Gebühr, und gleichzeitig bezahlen die Unternehmen auch noch die Mediensteuer.
Linke Politiker verbreiten im Abstimmungskampf Schreckensszenarien: Die SRG werde kaputtgespart, die besten Sendungen würden gestrichen. Tatsache ist: Die Bevölkerung in der Schweiz bezahlt heute die höchsten Radio- und Fernseh-Gebühren weltweit. Auch wenn die SRG gezwungen wird, den Gürtel etwas enger zu schnallen, werden die beliebtesten Angebote weiterhin Bestand haben. Die SRG hätte kein Interesse daran, die besten Pferde in ihrem Stall zu opfern. Sie hat andernorts noch genügend Sparpotential.
Deshalb hat Handel Schweiz die Ja-Parole zur SRG-Initiative gefasst. Danke, dass auch Sie uns mit Ihrer Stimme unterstützen!
Die Klimafonds-Initiative wäre viel teurer als es scheint
SP und Grüne wollen mit der Klimafonds-Initiative, über die das Volk am 8. März abstimmen wird, beim Klimaschutz mit der ganz grossen Kelle kochen. Die Schweiz müsste 0,5 bis 1 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung jährlich in einen Klimafonds einzahlen. Was vielleicht nach wenig tönt, sind aber enorme Summen: jährlich rund 5 bis 10 Milliarden Franken!
Dieses Geld soll laut Initiative am Bundesbudget vorbei in den Fonds geschleust werden. Die Folge ist, dass sich massive Schulden aufbauen. Innerhalb von zehn Jahren würde ein Schuldenberg entstehen, der so gross ist wie der gesamte Bundeshaushalt (100 Milliarden Franken). Die Dimensionen sind beispiellos in der Schweiz – allein die zusätzlichen Zinskosten würden sich in dieser Zeit auf insgesamt mehr als 5 Milliarden Franken aufsummieren. Das ist mehr, als wir heute für die Landwirtschaft oder die Entwicklungshilfe ausgeben. Und die Schulden müssten irgendwann zurückgezahlt werden – das Problem wird also künftigen Generationen angelastet. Nachhaltig ist das nicht.
Realistischerweise könnte dieser Klimafonds nicht lange mit Schulden finanziert werden. Es bräuchte Steuererhöhungen, die uns alle mit bis zu 10 Milliarden Franken pro Jahr belasten würden. Das wären etwa 1000 Franken pro Einwohner.
Die Initiative ist nicht nur unglaublich teuer, sie ist auch kein kluger Weg für das Klima. Die Schweiz hat den Netto-Null-Pfad im Klima- und Innovationsgesetz festgelegt und die Instrumente im CO₂-Gesetz sowie im Energie- und Stromversorgungsgesetz gezielt weiterentwickelt. Die Schweizer Emissionen liegen heute rund 26 Prozent tiefer als 1990, trotz bedeutendem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Die Schweiz hat ihren Wohlstand von den Emissionen entkoppelt – selbst wenn man die Güterimporte mitrechnet. Es braucht daher keinen riskanten Kurswechsel in Form eines Fonds. Der erfolgreiche, vom Volk abgesegnete Mix aus Lenkungsinstrumenten, Förderprogrammen und klaren Regeln funktioniert.
Ein Blick ins Ausland bestätigt zudem, dass mehr Geld selten ein Problem löst. Beim EU-Klimafonds kommen beispielsweise Jahre später nur rund 5 Prozent der gesprochenen Milliardenbeträge wirklich an. Enorme Summen versickern in bürokratischen Leerläufen. Es ist wenig realistisch davon auszugehen, dass wir mit einem Klimafonds grundlegend andere Ergebnisse erzielen würden.
Handel Schweiz lehnt deshalb die Klimafonds-Initiative ab, in Einklang mit Bundesrat und Parlament.
Handel Schweiz begrüsst das Ergebnis und dankt dem Bundesrat und allen Beteiligten
Handel Schweiz begrüsst die heute erzielte Einigung im Zoll-Streit mit den USA ausdrücklich. Die Lösung ist ein wichtiges Signal an den Handelsplatz Schweiz und bringt dringend benötigte Planungssicherheit für die exportorientierte Wirtschaft. Sie verhindert weitere Belastungen für Schweizer Unternehmen und sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
„Wir freuen uns sehr über die Einigung. Sie ist für die Schweizer Wirtschaft von grosser Bedeutung“, sagt Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz. „Unser Dank gilt dem Bundesrat und allen beteiligten Stellen, die sich mit grossem Einsatz für eine Lösung eingesetzt haben. Handel Schweiz hat diese Klärung seit langem eingefordert – umso wichtiger ist es, dass die Zollsätze vorerst stabil bleiben oder im besten Fall weiter sinken.
Einigung bestätigt die Bedeutung des regelbasierten Freihandels für die Schweiz
Die in den vergangenen Monaten entstandene Unsicherheit verdeutlicht, welche Risiken entstehen, wenn der Pfad eines regelbasierten, offenen Welthandels verlassen wird. Für ein kleines, hochvernetztes Land wie die Schweiz sind verlässliche, faire und stabile Handelsbeziehungen essenziell.
Die jüngsten Erfahrungen bestätigen: Ein funktionierender globaler Marktzugang ist kein Selbstläufer. Handelsbarrieren, geopolitische Spannungen und protektionistische Tendenzen können für grosse wirtschaftliche Schäden sorgen.
Stabile Handelsbeziehungen sichern Versorgung und Wettbewerbsfähigkeit
Handel Schweiz wird sich weiterhin mit Nachdruck für einen starken Handelsplatz Schweiz, offene Märkte und stabile internationale Beziehungen einsetzen. Wichtige Pfeiler dafür sind:
Diversifikation der Handelsbeziehungen, um Abhängigkeiten zu reduzieren
Moderne Freihandelsabkommen, mit den etablierten Partnern und mit dynamischen Wachstumsmärkten
Der bilaterale Weg mit der EU, der für Versorgungssicherheit, Planbarkeit und Stabilität zentral bleibt
„Offene Märkte sind die Lebensader der Schweizer Wirtschaft. Das gilt sowohl für Importe als auch für Exporte“, so Engeli. „Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Schweiz in einem zunehmend herausfordernden Umfeld verlässliche Handelsbedingungen erhält.“
Handel Schweiz unterstützt das mit der EU ausgehandelte Vertragspaket der Bilateralen III ausdrücklich.
Basierend auf einer Mitgliederumfrage hat der Vorstand von Handel Schweiz die Anliegen der Handelsbranche in der Vernehmlassung zu den Bilateralen III eingebracht.
Das vorliegende dritte bilaterale Vertragspaket (Bilaterale III) mit der wichtigsten Handelspartnerin der Schweiz, der Europäischen Union, stärkt den Wirt-schaftsstandort Schweiz in geopolitisch unsicheren Zeiten und ist daher von strategischer Bedeutung. Es verbessert die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen in einer Phase, in der das regelbasierte Welthandelssystem zunehmend unter Druck gerät.
Durch die Aktualisierung der bestehenden Binnenmarktabkommen kann die sektorielle Teilnahme der Schweiz am EU-Binnenmarkt langfristig gesichert werden. Besonders positiv bewertet Handel Schweiz das neue Programmabkommen, das eine Beteiligung an EU-Programmen – insbesondere in For-schung und Innovation – ermöglicht. Auch das Stromabkommen ist von zentraler Bedeutung, da es einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz leistet und damit den Produktionsstandort stärkt.
Mit dem in den Bilateralen III vorgesehenen Streitschlichtungsmechanismus erhält die Schweiz zudem erstmals ein Instrument, um ihre Rechte gegenüber der EU rechtlich durchzusetzen – ein klarer Fortschritt gegenüber der heutigen Situation.
Das Ziel der Verhandlungen, den bilateralen Weg mit der EU zu stabilisieren und weiterzuentwickeln, wird mit dem vorliegenden Vertragspaket erreicht. Die EU hat wiederholt betont, dass sie den bilateralen Weg nur fortsetzen wird, wenn die bestehenden Binnenmarktabkommen institutionell aktualisiert werden. Bereits in der Legislaturplanung 2007–2011 hatte die Schweiz die Schaffung einer solchen Regelung als Ziel formuliert.
Ein Scheitern der Bilateralen III würde nicht zum Erhalt des Status quo führen, sondern zu einer schrittweisen Einschränkung der Binnenmarktbeteiligung, zu weniger Kooperationen und neuen Abkommen – mit negativen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Wirtschaftsstandorts.
Mit der Ratifizierung der Bilateralen III werden die Beziehungen zur EU gestärkt. Schweizer Unternehmen erhalten damit den notwendigen Marktzugang und die erforderliche Rechtssicherheit – beides zentrale Voraussetzungen für langfristige Investitionen in den Wirtschafts-, Arbeits- und Innovationsstandort Schweiz. Auch die im Juni 2025 im Rahmen der Vernehmlassung veröffentlichten Studien des Bundes zeigen klar, dass sich das Vertragspaket insgesamt positiv auf die Schweizer Volkswirtschaft auswirkt.
Handel Schweiz unterstützt daher das mit der EU ausgehandelte Vertragspaket der Bilateralen III ausdrücklich. Die darin enthaltenen Abkommen bilden eine solide Grundlage, um den bilateralen Weg zu stabilisieren und weiterzuentwickeln.
Hier die ganze Vernehmlassungsantwort lesen: Vernehmlassungsantwort Bilaterale III von Handel Schweiz
Vom Preis geblendet: Risiken geraten beim Online-Shopping aus dem Blick
Eine neue Studie zeigt besorgniserregende Einblicke in das Online-Kaufverhalten der Schweizer Bevölkerung. Obwohl gesundheitliche, finanzielle und rechtliche Risiken am ehesten von einem Kauf abschrecken, entscheidet sich bei Bekleidung und Spielzeug rund die Hälfte der Konsumentinnen und Konsumenten für einen Tiefpreisanbieter aus dem entfernten Ausland. Bei Elektronikartikeln rund 35%. Handel Schweiz, SENS eRecycling, Spielwaren Verband Schweiz und SWISS RETAIL FEDERATION fordern vom Bund gleich lange Spiesse und ein Ende der Vorzugsbehandlung ausländischer Anbieter.
Hier die ganze Medienmitteilung lesen:
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Klare Unterstützung für die Bilateralen III
Mitglieder von Handel Schweiz begrüssen Abbau von technischen Handelshemmnissen
Der weitere Abbau von technischen Handelshemmnissen steht bei den Mitgliedern von Handel Schweiz im Vordergrund. In der aktuellen Mitgliederbefragung zu den Bilateralen III wird die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (MRA) grossmehrheitlich begrüsst. Grosse Unterstützung erhält zudem das Verhandlungsergebnis bei den Verkehrsdossiers und bei der Beteiligung an EU-Forschungsprogrammen. Die Kritik an den Abkommen bleibt auch in den kontroversen Dossiers wie der Personenfreizügigkeit minderheitlich. Handel Schweiz soll sich nach Wunsch der Mitgliedunternehmen auf politischer Ebene sowohl für die Bilateralen III als auch für weitere Freihandelsabkommen einsetzen. Im Zollkonflikt mit den USA wird eine baldige Einigung gewünscht.
Seit 25 Jahren gibt es die Binnenmarktabkommen zwischen der Schweiz und der EU. Die Mitgliedsunternehmen von Handel Schweiz sehen die Bilateralen insgesamt als sehr positiv für die Geschäftstätigkeit der eigenen Unternehmung. 79% betrachten sie als positiv oder eher positiv. Nur 14% bewerten die Verträge als eher negativ oder negativ.[1]
Bis Ende Oktober läuft die Vernehmlassung des Bundes zu den Bilateralen III. Vor diesem Hintergrund hat Handel Schweiz im September 2025 die Mitglieder zu den Bilateralen III und den US-Zöllen befragt. Die Resultate geben interessante Hinweise auf die aktuelle Stimmung zur Aussenwirtschaftspolitik in der Mitgliedschaft. Sie sind jedoch nicht repräsentativ.
Die positive Beurteilung spiegelt sich in den einzelnen Teilen der Bilateralen III. Fast unisono positiv wird das Verhandlungsergebnis beim Luftverkehrsabkommen eingeschätzt. Es regelt den Zugang von Schweizer Fluggesellschaften zum EU-Luftverkehrsmarkt. 75% beurteilen das Verhandlungsergebnis als positiv oder eher positiv. Lediglich 10% nehmen die Gegenposition ein.
Bei den technischen Handelshemmnissen beziehungsweise beim neuen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU zur gegenseitigen Anerkennung von Konformitätsbewertungen (MRA) bezeichnen 67% der befragten Unternehmen diese als positiv oder eher positiv. 18% der antwortenden Mitgliedsfirmen haben eine negative oder eher negative Wahrnehmung des Verhandlungsergebnisses. Ein Mitglied aus der Spielwarenbranche stellt fest: «Ohne dieses Abkommen wären sowohl der Import als auch der Export massiv erschwert, was zu höheren Priesen für Konsumenten und einen weiteren Wettbewerbsnachteil für Schweizer Anbieter führen würde.»
Grosse Unterstützung bei der Befragung findet das Verhandlungsergebnis bei der Beteiligung der Schweiz bei den EU Programmen Bildung, Forschung und Innovation. Eine komfortable Mehrheit von 69% der Befragten beurteilt das Verhandlungsergebnis positiv oder eher positiv. 25% vertreten die gegenteilige Position.
Nahezu ebenso positiv wird von den Unternehmen auch das Verhandlungsergebnis beim Dossier Landverkehr bewertet. 64% der Mitglieder von Handel Schweiz äussern sich zu den Änderungen beim Landverkehrsabkommen positiv oder eher positiv. So bleibt etwa die 40-Tonnen Limite und Beschränkung ausländischer Fahrzeuge auf grenzüberschreitende Transporte bestehen. 22% der befragten Unternehmen sehen das Verhandlungsresultat beim Landverkehr als negativ bzw. eher negativ.
Etwas kontroverser wird das Verhandlungsergebnis beim Lohnschutz betrachtet. 60% der Unternehmen beurteilen das Verhandlungsergebnis als positiv oder eher positiv. 29% der Unternehmen neigen zum Gegenteil. Ein Mitglied kommentiert seine Beurteilung so: «Faire Arbeitsbedingungen und ein klar geregelter Entsendungsprozess schaffen einen stabilen und fairen Markt für alle Akteure.» Befürchtet wird jedoch von einem anderen Mitglied, dass mit der Regelung die Produktionskosten in der Schweiz steigen.
Grundsätzlich positiv wird das Verhandlungsergebnis auch beim Dossier Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit eingeschätzt. Eine Mehrheit von 58% bewertet es als positiv oder eher positiv. 30% sind der gegenteiligen Ansicht.
Kontroverser wird das Verhandlungsergebnis beim neuen Strommarktabkommen betrachtet. Eine Mehrheit von 53% sieht vor allem Vorteil im Vertragswerk. 36% sind indessen skeptisch. Sie beurteilen das Verhandlungsergebnis eher negativ oder negativ.
In den Medien wird häufig über die Personenfreizügigkeit diskutiert. 50% der befragten Unternehmen bewerten das Verhandlungsergebnis als positiv oder eher positiv. Eine Minderheit von 43% betrachten das Verhandlungsergebnis bei der Personenfreizügigkeit als eher negativ oder negativ. Die kontroverse Haltung in der Bevölkerung spiegelt sich somit auch bei den Mitgliedern von Handel Schweiz, wobei die Hälfte der antwortenden Unternehmen das vom Bundesrat erzielte Verhandlungsergebnis positiv bewerten.
Für die Branche etwas weniger relevant sind die Regelungen bei den staatlichen Beihilfen. 50% können dem Verhandlungsresultat etwas Positives oder eher etwas Positives abgewinnen. 36% vertreten die gegenteilige Ansicht. Nur eine relative Mehrheit von 46% findet die neuen institutionellen Regeln, die mit der EU vereinbart wurden, fürs Geschäft positiv oder eher positiv. 43% widersprechen und finden die institutionellen Regeln eher negativ oder negativ.
Gegen das Verhandlungsergebnis wird voraussichtlich das Referendum ergriffen. 54% der Antwortenden beurteilen ein Scheitern der Bilateralen III auf ihr Geschäft als negativ oder eher negativ. Ein teilnehmendes Unternehmen bringt die Stimmung so auf den Punkt: «Wir sind als Handelsunternehmen sowohl auf der Beschaffungsseite als auch der Verkaufsseite sehr auf den europäischen Markt fokussiert. … Die Schweiz ist Teil von Europa und muss Kompromisse eingehen. Der Fall USA hat gezeigt, die Schweiz überschätzt sich und ihre Bedeutung.» Ein anderes Unternehmen merkt an: «Ein Scheitern der Bilateralen III hätte gravierende negative Folgen. Die grösste Schwierigkeit wäre der drohende Wegfall des MRA (Abbau technischer Handelshemmnisse).» Eine Minderheit von 36% der befragten Unternehmen teilen diese Befürchtungen nicht und sehen Vorteile.
Entsprechend der generellen Einschätzung finden 54% der antwortenden Unternehmen, dass sich Handel Schweiz bei einer Kampagne für die Bilateralen III engagieren müsste. Eine Minderheit von 31% finden das nicht.
Die Mitglieder von Handel Schweiz äussern sich in der Befragung auch zum aktuellen Zollkonflikt mit den USA. Die Importbranche ist von den Zöllen nur am Rand betroffen. In der Befragung zeigen die Importeure jedoch ihre Solidarität mit der Schweizer Exportindustrie. 78% betrachten es als wichtig, dass der Bundesrat zeitnah Erfolge in den Verhandlungen zur Entschärfung der US-Zölle erzielt. Der Zollstreit mit den USA scheint bei den Mitgliedern von Handel Schweiz die Haltung zu den Bilateralen III nicht wesentlich zu beeinflussen (45%). Etwas mehr Mitglieder sind jedoch eher positiv oder positiv zu den Bilateralen eingestellt (30%), während 20% aufgrund der Vorkommnisse noch kritischer oder eher kritisch eingestellt sind.
Weiterhin ordnen die teilnehmenden Unternehmen Freihandelsabkommen der Schweiz mit dem Rest der Welt grosse Bedeutung zu, wobei die Bedeutung der Abkommen mit China, Japan Indien, Kanada, Indonesien und Mercosur vor allem hervorgehoben werden. Im Bereich der Freihandelsabkommen ist zudem der Wunsch nach Einflussnahme von Handel Schweiz auf der politischen Ebene sehr hoch.
[1] Die restlichen 7% äusserten sich nicht zur Frage. Aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichten wir in der Folge darauf bei jeder Frage, die Prozentzahl derjenigen zu nennen, welche die Frage nicht beantwortet haben.
Erfolgreiche Absolvierende der zweiten Schlussprüfung
Bereits zum zweiten Mail hat die Schlussprüfung zum eidg. Fachausweis E-Commerce Spezialist:in in Zürich stattgefunden.
Nach eineinhalb Jahren oder ca. 400 Stunden Vorbereitungskurs, sieben Modulprüfungen und der Erstellung eines umfassenden Entwicklungsberichts sind am 27. August 2025 14 Kandidierende in Zürich zur mündlichen Schlussprüfung zum eidg. Fachausweis E-Commerce Spezialist:in angetreten. In drei halbstündigen mündlichen Einheiten wurde den 7 Kandidatinnen und 7 Kandidaten von 14 Prüfungsexpert:innen nochmals auf den Zahn gefühlt. Im ersten mündlichen Prüfungsteil «Fachgespräch» wurden die Entwicklungsberichte strukturiert und vertieft hinterfragt. Im zweiten Abschnitt mussten die angehenden E-Commerce Spezialist:innen je zwei Critical Incidents und zwei Mini-Cases unvorbereitet innerhalb von 30 Minuten bearbeiten und lösen. Als Schlusspunkt musste ein individuell vorgegebener Online-Shop in 45 Minuten Vorbereitungszeit analysiert und eine 10-minütige Präsentation aufbereitet werden. Nach der Präsentation hatten die Kandidierenden den Prüfungsexperten-Teams Rede und Antwort zu stehen. Vielen Dank an die Prüfunsexpert:innen, welche in einer perfekten Art und Weise die Prüfungen durchgeführt und ihr Expertenwissen eingesetzt haben.
Die Teilnehmenden wurden von den Vorbereitungsinstituten FfD (Fachschule für Detailhandel Verkauf & E-Commerce) und eFachausweis sehr gut auf die Prüfung vorbereitet und geschult. Für die Zukunft der Weiterbildung im Bereich des eidg. Fachausweises eine überaus wichtige Komponente. Vielen Dank und ein Kompliment an die Institute.
Am 23. September 2025 durften wir allen angetretenen Kandidierenden in einer Runde von ca. 30 E-Commerce Expert:innen und Angehörigen den Fachausweis bzw. das Notenblatt an einem feierlichen Anlass bei Google in Zürich überreichen. Der Notendurchschnitt der einzelnen Prüfungsteile zwischen 4.6 und 5.4 zeigt das hohe Niveau der Prüfung. Alle Absolvierenden konnten die Prüfung erfolgreich abschliessen. Wir gratulieren Jan Diego Jungclaus, Import Parfümerie, zur Bestnote in diesem Jahrgang von 5.7.

9 von 14 erfolgreichen E-Commerce Spezialist:innen bei der Zeugnisübergabe.
QSK-Präsident Bernhard Egger: «Die Zukunft hat erst begonnen. Für den Retail ist diese Ausbildung mit dem Niveau eines eidg. Fachausweises eine wichtige Stufe auf der Karriereleiter und vor allem der richtige Schritt in die Zukunft des Ominchannels. In vielen Branchen kaufen die Konsument:innen heute hybrid – sprich in verschiedenen Kanälen – ein. Die Absolvierenden dieses eidg. Fachausweises sind für ihren weiteren Berufsweg bestens gerüstet. Just Commerce.»
An diese Personen richtet sich der Fachausweis
Der eidgenössische Fachausweis E-Commerce Spezialist:in richtet sich insbesondere an berufstätige Personen im digitalen Handelsumfeld, welche Lust und Neugier auf Neues haben, den zukünftigen Handel gestalten und im anspruchsvollen Umfeld des E-Commerce immer den Überblick behalten möchten. Die Weiterbildung eignet sich insbesondere für Personen, welche eine Berufslehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) in nahestehenden Bereichen absolviert haben: Detailhandel, KV, Mediamatik, Informatik u.ä. Aber auch Interessierten mit branchenfremden Lehrabschlüssen steht der Fachausweis offen.
Für die Zulassung an die eidg. Berufsprüfung werden nebst dem EFZ, mindestens zwei, resp. drei Jahre Berufserfahrung im E-Commerce sowie die erfolgreich abgeschlossenen Modulprüfungen und ein schriftlicher Erfahrungsbericht mit Praxisdokumentationen vorausgesetzt.
Das erwartet die Studierenden in der Weiterbildung
Die Studierenden absolvieren, in ca. 300 – 400 Unterrichtsstunden, sieben praxisnahe Module und legen pro Modul je eine Prüfung ab. Während der Weiterbildung sind zudem Praxisdokumentationen in den unterschiedlichen Modulen zu erarbeiten. Daraus ist wiederum ein Entwicklungsbericht zu erstellen, welcher von den Prüfungsexpert:innen bewertet wird. Der mündliche Teil der Berufsprüfung setzt sich aus den eingangs beschriebenen drei Prüfungsteilen zusammen.
Durchführende Schulorganisationen
Die Weiterbildung ist bei den folgenden Bildungsinstitutionen ausgeschrieben: eFachausweis und der FfD – Fachschule für Detailhandel. Innerhalb der Rahmenbedingungen, welche von der Trägerschaft vorgegeben werden, sind die Bildungsinstitutionen in der Ausgestaltung des Lehrgangs frei und selbstverantwortlich. Das Angebot unterscheidet sich je nach Schule und deckt unterschiedliche Bedürfnisse wie etwa Ausbildungsdauer, Lerntempo, Lernform (digital, hybrid oder vor Ort) und Klassengrösse ab. «Es lohnt sich, mit den verschiedenen Bildungsinstitutionen Kontakt aufzunehmen, um sich über das Angebot zu informieren und sich dann für die passende Schule zu entscheiden», so Bernhard Egger.
Gut zu wissen: Im Nachgang an die Berufsprüfung, finanziert der Bund 50% bis max. CHF 9’500 aller vorbereitenden Weiterbildungskosten, wenn diese von den Studierenden selbst bezahlt wurden.
Weitere Informationen zu den Lerninhalten, Zulassungsbedingungen und Prüfungen sowie Blogbeiträge von aktuell Studierenden finden Interessierte auf der Website des Trägerverbandes: www.e-com.swiss.
Was sagen die Absolvierenden zur Ausbildung
«Der Lehrgang war genau das, was ich gesucht habe. Ich habe sehr viel Praxisnahes gelernt und bin heute fachlich wie beruflich deutlich weiter als vor zwei Jahren.»
Enita Kuci, Ochsner Shoes AG
«Ich kann die Weiterbildung wärmstens empfehlen. Das Zusammenspiel zwischen Theorie und anwenden von Praxisfällen hat mir in meiner täglichen Arbeit enorm weitergeholfen. Die flexible Gestaltung des Unterrichts zwischen Präsenz und Onlinekurs lässt sich super vereinbaren.»
Alexander Schärer, Jumbo AG
«Mit der Ausbildung konnte ich meinen Horizont im digitalen Handel signifikant erweitern und meine Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen.»
Florian Wälterlin, Anouk AG
«Die Weiterbildung war für mich genau die richtige Entscheidung. Die praxisnahen Inhalte und der direkte Bezug zum Berufsalltag haben mir geholfen, mein Wissen gezielt zu vertiefen und gewinnbringend einzusetzen. Ich fühle mich heute bestens gerüstet für die nächsten Schritte im E-Commerce.»
Stephanie Herzog, SPHS GmbH
«Der Fachausweis hat für mich neue berufliche Perspektiven eröffnet und ist ein wichtiger Schritt für meine weitere Laufbahn.»
Sandrine Benvenuto, SkinPro AG
«Der Lehrgang hat mich im E-Commerce fachlich deutlich weitergebracht und mir gleichzeitig einen starken persönlichen Entwicklungsschub gegeben. Das Gelernte setze ich täglich in meinem Shop um.»
Dominic de Sluca, BestofBasics.ch